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EBV

Alle Bilder nehme ich grundsätzlich im RAW-Format auf. Das erfordert zwar einen erheblichen zeitlichen Mehraufwand durch die zwingend erforderliche Nachbearbeitung nahezu eines jeden Bildes, doch wie ich finde lohnt sich der Aufwand fast immer. Und vor allem hat die Verwendung des RAW-Formates einen entscheidenden Vorteil: Sämtliche Bearbeitungsschritte innerhalb des RAW-Konverters sind "non-destruktiv", d.h. anders als bei einem unter Photoshop bearbeiteten (und als TIFF oder JPG gespeicherten) Bild kann ich innerhalb des RAW-Konverters vorgenommene Änderungen der Ausgangsdatei auch später noch rückgängig machen, intensivieren oder sonstwie ändern. Das Original (RAW) bleibt dabei stets erhalten, denn diese Änderungen werden in einer separaten Datei gespeichert.

Derzeit verwende ich zur Bearbeitung ausschließlich Adobe Photoshop CS6 ('PS'). Die Bilder werden im Adobe Camera RAW ('ACR') entwickelt. Das wesentliches Augenmerk ist bei der Bildbearbeitung - neben dem subjektiven Eindruck, der stets für mich zählt - darauf zu legen, dass die hellen Bereiche nicht ausfressen und die dunklen Stellen im Bild nicht "absaufen". Dies ist besonders dann wichtig, wenn mit Blick auf eine Reduzierung des Bildrauschens bei der Aufnahme eine gezielte Überbelichtung eingesetzt wurde.
Die optimale Belichtung lässt sich sehr komfortabel am Histogramm und den dort möglichen Anzeigen "Tiefenbeschneidung" und "Lichterbeschneidung" kontrollieren, bzw. regulieren.

Wenn man wie ich den wesentlichen Teil der Bildbearbeitung bereits im RAW-Konverter erledigt, ist eine Selektion der zu bearbeitenden Bilder im Vorfeld stets zu empfehlen. Ich nutze dazu in aller Regel die Adobe Bridge.

ACR-Grundsettings

In ACR hebe ich die Bildschärfe unter Verwendung der Maske (Tipp: ALT-Taste gedrückt halten, wenn der Schieber verwendet wird) an und entrausche die Bilder. Entsprechende Plugins für Photoshop wie Noiseware Professional haben auch ihren Reiz und ihre Berechtigung, doch gerade iVm der nachfolgend beschriebenen Technik erreiche ich subjektiv als besser empfundene Ergebnisse.

Besonders hinweisen möchte ich an dieser Stelle auf die Funktion "Korrekturpinsel" in ACR. Diese Funktionspalette ist nicht wirklich versteckt, scheint mir aber nicht jedem Nutzer von Photoshop bekannt zu sein:

ACR-Korrekturpinsel

Hinter der Funktion "Korrekturpinsel" versteckt sich eine Vielzahl von Tools, die man - und das ist das für mich innerhalb der RAW-Verarbeitung Entscheidende - selektiv einsetzen kann. Denn während man in ACR die Schärfung des Bildes noch über die Maskierung einigermassen beschränken kann, wirkt sich z.B. das Entrauschen unter ACR ohne Unterschiede auf das gesamte Bild aus. Damit gehen die wesentlichen Details wie z.B. Gefiederstrukturen verloren.

Daher kommt der "Korrekturpinsel" bei mir stets am Ende der RAW-Bearbeitung zu Einsatz. Im Rahmen meines Standard-Workflows verfahre ich in aller Regel so, dass ich mittels Korrekturpinsel das Hauptmotiv vollständig maskiere und den Regler für die Entrauschung auf -100 setze, sie Bildbeispiel. Der Hintergrund bleibt dabei dann als Ergebnis des Entrauschens schön "cremig", ich befreie aber das Hauptmotiv von diesem zuvor für das gesamte Bild vorgenommenen Bearbeitungsschritt.
Durch die Möglichkeit, mehrfach Masken setzen zu können kann man dies natürlich je nach Motiv und Erforderlichkeit für unterschiedliche Bildbereiche unterschiedlich gestalten. Auch sehr präzise Änderungen einzelner Bild-/Motivbereiche sind so möglich. Im Grunde können mit dem Korrekturpinsel alle wesentlichen Optimierungen am RAW-Bild non-destruktiv vorgenommen werden.

Nach der Vorberarbeitung erfolgt der Export nach Photoshop (PS).

In PS wird je nach Motiv ggf. noch der Bildausschnitt verändert (max. 30% Crop), falls erforderlich die Ausrichtung korrigiert und es werden die gerade im Macrobereich gut sichtbaren Sensorflecken beseitigt. Das geht unter PS einfacher und komfortabler als in ACR.
Auch korrigiere ich den Kontrast zumeist nochmals geringfügig oder optimiere das Bild mittels Änderung der Gradationskurve. Eher selten setze ich nach der Schärfung in ACR per Maskierung streng selektiv Schärfungstools (USM) oder die Rauschunterdrückung (Noiseware Professional) ein. Bei Bedarf hebe ich die Sättigung im LAB-Kanal noch dezent an. Das war's.

Für die letzten Schritte (Schärfen & Entrauschen sowie Anhebung der Sättigung) habe ich mir - zu der Zeit, als ich in ACR noch nicht so firm war - Batchdateien ('actions') erstellt, die die wesentlichen Schritte umfassen und mir das Verarbeiten größerer Dateimengen erleichtern. Diese werden unter dem Dateipfad (Windows 7, 64bit)

C:\Users\XXX\AppData\Roaming\Adobe\Adobe Photoshop CS6\Presets\Actions

abgelegt und können in PS importiert werden. Für das Entrauschen mittels dieser Batchdateien muss das Plugin 'Noiseware' von Imagenomic installiert sein.

Diese Aktionen können bei Interesse im nachfolgenden Downloadbereich gerne heruntergeladen werden, jedoch unter Ausschluss jedweder Haftung (soweit rechtlich zulässig) seitens des Betreibers.

Das Schärfen und Entrauschen unter PS setzt voraus, dass das Hauptmotiv (Schärfen) zunächst maskiert wurde. Am besten geht das mit dem Schnellauswahlwerkzeug (Taste 'W'). Um harte Übergänge zu vermeiden hat es sich bei mir bewährt, der Auswahl eine weiche Kante (2px) zu geben. Nach diesem Schritt wird das Schärfen und das Entrauschen quasi zum Selbstläufer.

Ebenfalls als sehr praktisch hat sich die Aktion "penum_schaerfen.atn" von Peter Numratzki erwiesen, die ich mit seiner freundlichen Genehmigung nachfolgend ebenfalls zum download anbiete. Mit dieser Aktion ist es nach ein wenig Einarbeitung in die Materie möglich, die entscheidenden Partien eines Bildes zu schärfen, ohne das vorhandene Grundrauschen gleichsam mit zu verstärken.


penum_schaerfen.atn [6.222 Bytes]
w2dpluginfsprefix.php [58 Bytes]

Zur Betrachung der fertigen Bilder (jpg) kommt "ThumbsPlus Pro" zum Einsatz. Mit diesem Programm erfolgt auch die Verschlagwortung (IPTC) und das Umbenennen der neuen Bildstapel.

Hardwareseitig arbeite ich mit einem selbst zusammengestellten PC auf Basis einer AMD Phenom II X6 CPU. Als Monitor dient ein kalibrierter Eizo ColorEdge CG247W.

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